24. August 2012

Die Teams starteten gnadenlos früh zum Briefing, um Zeit genug für alle Navigationsflüge zu gewinnen. Noch früher mussten die Schiedsrichter ins Feld. Die meisten blieben den ganzen Tag auf ihrem Posten. Draußen in der Wiese wurden sie mit Getränken und Sandwiches versorgt. Die Sonne schien immer wieder, die Temperaturen waren gut, lediglich der Wind war etwas unangenehm, was schließlich dazu führte, dass die rechte starke Sonne unbemerkt einen Sonnenbrand verursachte.

Über den ganzen Tag verschwanden die Piloten erst zum Navigationsparcour und dann in das sogenannte "Gefängnis", wo es ihnen unmöglich sein sollte, Informationen über die Lage der Suchbox und zu findenden Markierungen am Boden an die folgenden Mannschaften weiterzugeben. Aus Sicht einer Schiedsrichterposition können wir ein paar Eindrücke vermitteln: Meine Position der Entry-Punkt des Suchgebietes. 50 Mal wird ein Hubschrauber auf unsere Position zufliegen und wir werden entscheiden, ob die Höhe stimmt und der Entry genau getroffen wird.

Um 07:30 Uhr werden wir mit einer MIL-2 rausgeflogen (ist deutlich schneller, da wir den Fluss Serpeyka überqueren müssen. Die Sichtzeichen sind schnell aufgebaut, sodass wir zu unserem Tagesgeschäft übergehen können: warten, Geschichten erzählen, soweit es die Sprache zulässt und immer wieder die Hubis bewerten, die in Abständen von 10 Minuten zwischen 10°° und 19°° Uhr vorbeikommen.

Unser russischer Schiedsrichterkollege brach einige Zweige von einem Baum ab, der rote Beeren trug. Gastfreundlich bot er an, eine zu probieren und wir merkten schnell, dass sie sehr stark wie ein Rohstoff für Aperol schmeckten. Der Strauß mit roten Beeren wurde Irina, unserer Leiterin mitgebracht. 

Diskutiert wurde auch, ob wir damit rechnen mussten, dass ein russischer Bär unsere Ruhe stören könnte; dafür erschien uns das Land aber zu groß, als dass gerade hier einer auftauchen würde. 

Wir rechneten nicht damit an dieser Position viele Strafpunkte zu vergeben, da sie einfach zu finden ist und die Höhe in der Regel von allen eingehalten wird. So erfahren wir unsere Lebensgeschichten voneinander. Versorgt wurden wir mit Sandwiches, Getränken und Obst. 

Einen „Zusatztest“ habe ich mir einfallen lassen. Wenn aus unserer Meinung nach sicher ist, dass die Sichtzeichen von den Besatzungen erkannt wurden und ihr Kurs sicher erschien, winke ich zum Gruß heftig. Winkten die Crews zurück, deutete ich dies als ein Zeichen dafür, dass noch genügend Kapazität für die anstehende Suchaufgabe zur Verfügung steht.

Da ich mir gemerkt habe, welche Besatzungen das waren, werde ich am Abend anhand der Ergebnislisten nachschauen, ob meine Überlungen gestimmt haben: alle grüßenden Crews sollten in der Box besser abgeschnitten haben, als die „unfreundlichen“.

Beeindruckend waren viele Überflüge, da die Besatzungen einen deutlichen Sinkflug auf die geforderte Höhe machten und dabei meistens noch eine Kurve flogen.

 

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