26. August 2012

Gestern Abend gab es einige Feiern rund um die Veranstaltung. Der Bürgermeister von Serpukhov hat Delegationen der teilnehmenden Mannschaften zu sich eingeladen zumindest wurde das so kommuniziert. Tatsächlich handelte es sich um eine Beachparty, bei der die internationalen Teams kurz vorgestellt wurden sie sich ein Bier kaufen konnten und mit extrem lauter Musik beschallt wurden. Glücklich waren diejenigen, die vorher schon ein Abendessen gehabt hatten. Die Schiedsrichter hatten eine Veranstaltung in der Bar des deutsch- österreichischen Hauses  und in den Restaurants in Drakino wurden kleinere Partys gefeiert. Es gab eine Menge zu diskutieren, viele wussten um die eine oder andere Ungerechtigkeit und der Wodka tat sein übriges dazu. 

Heute sollte ein neuer Wettkampf ausprobiert werden, das Helicopter-Race. 

Auf zwei nebeneinander liegenden Strecken wurden je 5 Tore in einem Zick-Zack Kurs aufgestellt, durch die ein Fender am Seil gezirkelt werden musste. Vom Start aus ging es einmal die Strecke entlang und dann wieder zurück. Am Ende musste das Seil verlängert und der Fender in einem Fass versenkt werden. Der Fender durfte die Tore berühren, aber nicht den Boden. Die Zeit vom Start bis zum versenkten Fender wurde gewertet und mit dem daneben fliegenden Team verglichen. Der Verlierer ist ausgeschieden. Darüber hinaus wurde bestraft, wer mit dem Fender den Boden berührte oder ein Tor ausgelassen hat. Auch das durchfliegen der Tore in der falschen Richtung wurde bestraft. Man kann sich denken, dass dies eine spannende Show war. Natürlich gewannen russische Teams den Wettkampf. 

Bei den späteren Flugvorführungen überraschte eine Viererformation der MI- 38/Prototyp 2 und ein Vorführungsflug der "Black Shark", Kamov 52.Letztere flog und verschwand wieder, ein static display war wohl wegen der militärischen Bedeutung nicht gewünscht.

Am Nachmittag wurden die Crews zur Siegerehrung aufgerufen.Unser deutsches Team schaffte es in der Teamplatzierung auf das dritte Siegertreppchen. Bis zum Schluss war wegen Diskussionen zur Bewertung nicht klar, ob der zweite Platz an die englische oder deutsche Mannschaft gehen würde. Die Juniorenmannschaft Tony und Werner Iberler wurden zu Ihrer Vizemeisterschaft gratuliert. Nach der Siegerehrung war Teamtreffen und Hubert Gesang, der Teamkapitän sprach seinen Stolz zur Leistung der Crews aus und betonte nochmals, dass im Gegensatz zu anderen - militärischen Mannschaften die Teilnehmer ihr Training und ihre Teilnahme selber finanziert hatten.Die Gesamtergebnisse sind auf der Homepage der Veranstaltung zu finden.

Die Abschlussfeier fand im Freien statt und wurde durch eine Bühnenperformance eingeleitet.  Am Abend gab es ein Bankett mit vielen Ehrungen und fantastischen Essen. Irina Grushina hat eine Superorganisation hier in Drakino geleistet. Das wurde entsprechend gewürdigt. Die Teams und Offiziellen tauschten viele Geschenke und Ehrungen aus, die teilweise unsere Gepäckkapazität sprengen werden. Natürlich tauschte man Adressen aus und besprach in Vorfreude die nächsten Wettkämpfe - im folgenden Jahr.

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Leider sind mir noch nicht alle Ergebnisse bekannt, aber bisher ist der erste offizielle Aushang wie folgt:

Erster europ. Platz:

David Monks Team UK (13) davor nur Russland/Ukraine/Weißrussland.

Bestes deutsche Team:

Macel Stegmueller/Jens Scholpp (19) sowie Team Martin Eigner (20).

Team Tony und Werner Iberler Vize Junioren.

Gewinner Freestyle ist Österreich.

Sobald ich weitere Ergebnisse aus Drakino habe, werde ich diese umgehend veröffentlichen.

25. August 2012

Briefing 09°° Uhr mit den inzwischen üblichen complaints vieler Besatzungen. 

Einige der Regeln erscheinen aus Sicht der Besatzungen etwas zu bürokratisch geraten, da sie weniger die fliegerischen Qualitäten zu bewerten scheinen, als juristische Spitzfindigkeiten darstellen. 

Bis zum Beginn um 10:15 Uhr laufen die Crews zu Fuß den Slalomparcours ab, um sich mental die Reihenfolge noch mal ins Gedächtnis zu speichern. In der Hitze des Wettkampfes ist es dann immer noch schwierig genug, sich von der hochkonzentrierten Hover- und Jonglierarbeit an dem Tor an dem man sich gerade befindet, für das richtige nächste Tor zu entscheiden. Einigen Besatzungen gelang dies dann auch nicht. Sie bekamen Punkte für das Abfliegen in falscher Reihenfolge abgezogen. Hin und wieder touchierte jemand mit dem Eimer den Boden (und verlor dabei wertvolles Wasser) oder schaffte es nicht ein Tor ohne Berührung zu durchfliegen. Ein Team verwechselte ein Tor wohl mit einem Billardspiel, den sie managten es den Eimer zwischen den Torpfosten hin und her titschen zu lassen: jede Berührung führthe zu 5 Strafpunkten. Den besten Slalom als Deutsche haben Martin Eigner und Michael Schauff geschafft. Im Gesamtergebnis erlangten Marcel Stegmüller und Jens Scholpp den besten deutschen Platz. In der Teamwertung haben wir die Briten um einige wenige Punkte die Mannschaftwertung für die Silbermedaille abgerungen. Da hier noch Einsprüche zu erwarten sind und die Differenz zu den Briten nur etwa 8 Punkte beträgt, kann sich dies noch ändern. 

Der angekündigte Regen zeigte sich nur vorsichtig tröpfelnd und der Wind war gutmütig. Für die Zuschauer gab es ein Programm mit viel Musik und Verkaufsständen mit russischen Spezialitäten. Wer eine Abwechslung zu unserem Hotelessen suchte, konnte sich einen Fleischspieß kaufen. Die Musik wurde von großen speziellen LKW aus abgespielt, die mit ihren Basslautsprecher sogar den Hubschrauberlärm übertönten. In der Mittagspause fand eine Performance von Reiterspielen in traditioneller Weise mit Schwertern und Lanzen zwischen offensichtlich edel gekleideten Herren und mit Fellen bekleideten Gegnern statt. Ein Fahrzeug mit Waffen, Rädern, Flügeln, Radar oder so was ähnliches konnte beklettert oder als Fotohintergrund genutzt werden. Man müsste mal unsere Kinder fragen, zu welcher Geschichte dies Fahrzeug gehört. 

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Nachmittags fand der heiß erwartete Freestyle statt. Ursprünglich wollten nur 4 Teams antreten. Im Verlauf der Woche sind aus verschiedenen Gründen noch einige auf die Idee gekommen ihre Leistungen zu zeigen. So zeigten 10 Hubis, was sie konnten. Alle Flüge waren schön geflogen und es zeigt sich, dass kreative Köpfen immer wieder etwas neues einfällt. Für mich war es das erste Mal, dass ich Robinsons in dieser Disziplin gesehen habe und ich war erstaunt, was man mit diesem halbstarren Rotorsystem leisten kann. Quentin Smith flog so nah an den Boden ran, dass er dabei heftig Staub mit den Kufen aufwirbelte und beendete sein Show mit einer Rückwärtsautorotation in das Landequadrat. Über Funk entschuldigte er sich, dass er um 3 Meter außerhalb gelandet war. Wie sich zeigte, musst er ein paar zusätzliche Minuten für sich beanspruchen, um den Motor wieder anzulassen; er hatte eine scharfe Autorotation durchgeführt. Wie immer, wenn eine BO 105 dabei ist, erschien dieser Flug am spektakulärsten. An dieser Stelle ging sicher manchen von uns Günther Zimmers Freestyle Performance durch den Kopf, die sicher mit zu den besten gehört hätte. Abgeschlossen wurde dieser Teil durch eine ästhetische Vorführung eines Cabris durch Werner, unseren Vertreter des deutschen Teams. 


Das Einhalten der Startfolge gelang ausgesprochen gut, wie man überhaupt sagen kann, dass die Organisation hier in Drakino aus unserer Sicht als Gäste ausgesprochen gut geklappt hat. Was hinter den Kulissen geschehen ist, können wir natürlich nicht wissen. In Hinblick auf eigene Veranstaltungen wäre es interessant, das auch zu erfahren.  

Heute Abend sind Delegationen der Länder zum Bürgermeister von Drakino eingeladen. Zeitgleich findet die Schiedsrichterehrung bei uns in der Bar statt.
Wir sind gespannt auf die morgigen Endergebnisse und freuen uns auf den letzten Wettkampf "Helicopter Race", bei dem aus jedem Land die beste Crew teilnehmen darf.


Sophie und Axel

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