European Helicopter Cup 2016, Regio Airport Mengen: 5. - 7. August

Die Hubschraubergemeinde traf sich vom 5. bis 7. August auf dem Flugplatz Mengen-Hohentengen um sich in vier Disziplinen zu vergleichen. 18 Teams aus Belgien, Österreich, Polen, Russland, der Schweiz und Deutschland nahmen an dem internationalen Wettkampf der Rettungsflieger teil. Zusätzlich wurden Schiedsrichter aus den Ländern Frankreich und Großbritannien entsandt. Die Veranstaltungsorganisation oblag dem Deutschen Hubschrauber Club e. V. (DHC) und dem Royal Belgian Aeroclub. Als Verein mit Sitz in Landsberg am Lech gehört der DHC zum Luftsport-Verband Bayern e.V. Die Landesverbände gehören zum Deutschen Aero Club e.V.

In der Offenen Klasse gewannen Marcel Stegmüller/Jens Scholpp (Deutschland) gefolgt von Alexander Sotnikov/Evgenyia Zamula (Russland) und Marcin und Michal Szamborski (Polen) auf dem dritten Platz.

Alexander und Evgeniya, die wegen ihrer geringen Flugerfahrung von unter 250 Flugstunden noch zu den Junioren zählten, gewannen mit ihrer Leistung auch die Juniorwertung. Thomas Morgenstern der Skispringweltmeister mit Stefan Seer (Österreich) belegten den zweiten Rang und Adrian und Jens Larsen (Schweiz) den Dritten unter den sieben Juniorenteams.

In der Damenwertung gewannen Maria Mus und Magdalena Woch (Polen), gefolgt von Sabine Bühlmann/Lena Maier (Deutschland). Der dritte Platz ging an die Heligirls Bettina Schleidt und Gisela Freund (Deutschland).

Wetterbedingt musste die Disziplin Navigation unterbrochen werden. Dadurch war eine Wertung für den Gesamtwettbewerb erschwert. Es wurde eine eigene Navigationswertung durchgeführt, um den Teams Feedback für ihre Leistungen zu geben. Es gewannen Martin Eigner/Michael Schauff. Marcel Stegmüller/Jens Scholpp wurden Zweite und die Gebrüder Szamborski Dritte.

Wenn der DHC einen internationalen Wettkampf organisiert, wird eine Deutsche DHC-Wertung angeschlossen, um keinen zweiten Wettkampf zu organisieren. Deutsche DHC-Meister wurden Marcel Stegmüller/Jens Scholpp, gefolgt von Martin Eigner/Michael Schauff. Andreas Rübner und Holger Wolff errangen den dritten Platz.

Während sich an den beiden Wochenendtagen gutes Flugwetter einstellte, mussten wir uns am Freitag nach starkem Regen mit einem sogenannten Rückseitenwetter arrangieren. Dies zeigte sich mit guten Sichten und vereinzelten Schauern. Wegen der Schauer wurde der Wettkampf mehrfach unterbrochen. Flugsicherheit stand dabei im Vordergrund. Für den nächsten Morgen wurde gutes Wetter vorhergesagt. Die Vorhersage wurde in der Nacht durch die Wetterberater amended (berichtigt): es gab Nebel. Nun wurden die Flüge in den Wettkampftag integriert. Ehrenpreise für sicheres und faires fliegerisches Verhalten gingen an Harmut Hopf/Hans-Peter Lacher und Frank Rudolf/Michael Junk.

Neben dem fliegerischen Teil fand die Aktivität im Hangar der Antique Aeroflyer unter liebvoller Betreuung von Günther und Ursula Kälberer statt. Auch die Damen und Herren der Flugplatzbetreuung haben uns weit über das übliche Maß unterstützt.

Für musikalische Unterhaltung sorgte Wolfgang Heieck mit seiner Gitarre. Lena Maier, die als Copilotin mitflog, begleitete ihn zeitweise mit ihrem Saxophon und Gesang. Man hörte dann auch bald einen Spitznamen für sie: „The Flying Sax“.

Besonders an diesem Wettkampf war, dass es sieben Juniorenteams gab. Junioren sind Besatzungen bei denen der Pilot unter 250 Flugstunden Erfahrung mitbringen. Das Alter spielt dabei keine Rolle. Maria Mus ist z.B. 22 Jahre alt und besitzt einen ATPL als Polizeipilotin. Sie ist daher keine Juniorin. während Frank Rudolf mit 41 Jahren noch unter 250 Flugstunden Erfahrung aufweist und als Junior gewertet wird. Dass eines dieser Juniorenteams sogar in der offenen Klasse einen hohen Platz belegen konnte, zeigt, dass man mit Talent und Training schnell gute Leistungen erzielen kann.

Axel Wingerath

Deutscher Hubschrauber Club e.V.

Eine kleine Geschichte am Rande:

Ganz aufgeregt steht am Freitagnachmittag ein Mann im Turm Mengen und beschwert sich, dass ca. alle 10 Minuten derselbe Hubschrauber ganz tief auf sein Haus zufliege und dann scharf nach Links abbiege. Der da unten wäre es und zeigt auf eine R22, dessen Team gerade die Nachkontrolle an ihrer Maschine macht. Der hätte so eine gewölbte Glaskanzel. Auch die grünen Streifen am Hubschrauber und Kleidung erkenne er.

Ich erzähle ihm, dass wir gerade einen Navigationswettbewerb durchführen. Die fliegen alle denselben Kurs ab und vermutlich liegt eines der Sichtzeichen in der Nähe seines Grundstückes. Weiter sagte ich ihm, dass die Flughöhe sicher nicht unter 500 Fuß, also ca. 150 Meter sei. Eigentlich sollten die Hubis sogar etwa 225 Meter hoch fliegen. Da es sich überwiegend um Robinson-Hubschrauber  handelte, könne man den Eindruck gewinnen, dass es immer der Selbe ist.

Mmmhh meinte er, er sei Fallschirmspringer gewesen und könne die Höhe schon einschätzen. Aber alle 10 Minuten immer wieder auf sein Haus zu? (sehr aufgeregt)

Ich danke Ihnen, sage ich zu ihm, Sie bestätigen mir, dass unsere Teams gut navigieren und ihre Abstände richtig einhalten. Es startet etwa alle 10 Minuten ein Hubschrauber. Mit der Höhe kann man sich als Betroffener schon mal vertun. Ich sei mir sicher, dass sie sich nicht unter 150 Meter begeben.

Sichtlich erleichtert darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht, teilte er mir mit, dass er gegen einen Wettbewerb nichts habe. Er habe sich nur gewundert, zog mit sich zufrieden ab und wünschte uns noch einen guten Wettkampf.

Axel