Spannend ist’s!

Die drei weißrussischen Teams werden nach unserem heuten Events, Fender und Precision, die Chance bekommen die Navigation nachzufliegen. Das Recht dazu erhalten sie durch das Regelwerk; bei technischen Ausfall vor dem Start, können sie am Ende des Feldes ihr NAV nachfliegen. Da das technische Problem unverschuldet war (kontaminierter Treibstoff) und zudem vermutlich vom Veranstalter verursacht, hat die Jury so entschieden. Das wird heute sicherlich 21:00 Uhr werden, bevor wir zurück sind (38 Grad C).

Navigationserlebnisse bleiben also vorläufig. Unser bestes Team sind Andreas Ruebner und Holger Wolff auf Platz sieben mit 294 Punkten. 291,1 Punkte erreichten Marcel Stegmueller und Michael Schauff. 

Bei der Überprüfung, ob der Fender richtig aufgebaut war, stellte ich heraus, das ein paar Linien korrigiert werden mussten. Nach der Korrektur startete der Event. Ein Pilot beschwerte sie später, dass er vor der Veranstaltung nicht überprüfen konnte, ob nun alles richtig aufgestellt war. Also musste der Wettbewerb unterbrochen werden - es wurde alles vermessen, eine Tonne, um 10 cm (!) versetzt und fortgesetzt. Zeitverlust: gute 45 Minuten.

Martin und Thorsten ist eine Haltekugel aus dem Seil gerutscht: technischer Ausfall - sie durften am Ende des Felds wiederholen.

Während des Fenders trank man möglichst zwei Liter Wasser und hat sich mehrfach mit Sonnencreme eingerieben. Zum Mittag gab es ein deftiges Stück Schweinesteak, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen habe. Wir haben uns vorgestellt, dass die Tiere wirklich noch auf dem Feld groß und fett geworden sind, bevor sie ihrer Bestimmung zugeführt wurden.

Also, nach der Pause raus zum Hovern: der Wind hat gedreht; der Pracours muss umgebaut werden. Deswegen wird dieser Event zunächst auf 15:00 Uhr verlegt. Während des Aufbaus registrieren aufmerksame Beobachter, dass die Korridore von Außenkannte zu Außenkannte gemessen wurde. Also neu anfangen.  Geplanter Beginn: 17:00 Uhr.

Jetzt bemerkte man, dass man dann den NAV für die drei weißrussischen Besatzungen nicht mehr fliegen könnte, weil es zu spät dafür würde. Der Hover wurde auf den nächsten Vormittag verschoben. Dafür gab es genug Pufferzeit. Auf dem Weg zum Briefing wurde ich "abgefangen" und zu meiner Position TP1 (Turning Point 1) rausgeflogen.

Zwei Mils kamen im Abstand von 50 Minuten korrekt vorbei. Also erwartete ich nach weiteren 50 Minuten die Dritte. Etwa zu der Zeit hörte ich eine R-44 auf meine Position zukommen. Es dämmerte bereits etwas. Er flog mit Highspeed genau über den TP1 und verschwand.  Im letztem Dämmerlicht kamen dann zwei R44 auf meine Position zu. Eine setzte zur Landung an und nahm mich schließlich auf.

Naja, ich hatte mir schon die Streckke zu Fuß aus der Karte abgesteckt. Es wären ca. 5 Km, also 'ne Stune gewesen. Später erfuhr ich, dass man mich nicht gesehen habe und dachte, der Punkt wäre ohne Schiedsrichter gelegt worden (der Pilot war während der ganzen Zeit mit Organisation beschäftigt). Irgendjemand war aber aufmerksam und merkte, dass ich fehle und so sendete man die zwei Hubschrauber aus, die im letztem Licht nach mir suchten. Das Ereignis führte dazu, dass ich ab jetzt eine neue Funktion als Schiedsrichter hatte: den "Nightjudge". Mal schauen, wie wir den im Regelwerk unterbringen können.

Bei all diesen Zwischenfällen sieht man zwar sehr müde Teilnehmer, weil die Tage lang und heiß sind - aber es gibt kaum Missstimmung: uns geht es gut hier und wie häufig bei unseren Hubschraubermeisterschaften wachsen alle immer mehr zusammen. Es ensteht Gruppenkoherenz. Man bemitleidet Teilnehmer aktiv die Wettkampfpech hatten und beklückwunscht die Erfolgreichen. Und irgendjemand weiß immer einen Witz oder hat "noch ne Story"