Weltumrundung 2017, Bericht von Natalie Sontikova

 

Helikopter Weltumrundung 

Aus: Aviacija i sport / Aviation and sport/ 2017 Juli – August. Moskau 

Zur Information:

Von April bis Juni 2017 hat eine internationale russisch-polnische Weltumrundung mit dem Hubschrauber stattgefunden – die 14. erfolgreiche Weltumrundung mit dem Hubschrauber in der Geschichte der Luftfahrt. 
 

Start:                   17. April Flughafen Konakovo

Landung:            13. Juni Flughafen Konakovo

Flugstrecke:       13 000 km in 57 Tagen (davon 38 Flugtage), mit 90 Starts und  Landungen

Hubschrauber:   Bell-407 

Besatzung:

Maxim Sotnikov, Pilot, Kommandeur der Expedition, Meister des Sports der internationalen Klasse Russlands im Hubschraubersport

Marcin Shamborski, zweiter Pilot, Kapitän der Nationalmannschaft Polens für Hubschraubersport

Natalja Sotnikova, Navigator der Expedition

Michail Movshin, Pilot, Besatzungsmitglied 

Die Mission des Flugs: Förderung des Hubschraubersports in der Welt, Stärkung der Völkerfreundschaft durch den Sport

 Autorin: Natalja Sotnikova

 Übersetzung ins Deutsche: Agnes Christ-Fiala, Bremen, Deutschland 

Rund um die Welt mit dem Hubschrauber

Der Navigator der Mannschaft Natalja Sotnikova gewährt uns einen Blick in ihr Tagebuch


Notizen von unterwegs
 

Wenn wir zu Beginn unseres Fluges gefragt wurden „Wofür macht ihr das?“, antworteten wir ausführlich, sprachen über unsere Mission, über die Unterstützung für den Sport, über internationale Beziehungen… Aber am Ende der Reise wurde alles ganz einfach – wir wollten bloß nach Hause! Wir hatten diese schwierige Unternehmung auf uns genommen – und mussten sie zu Ende bringen. So viele Freunde erwarteten uns. Gaben auf uns Acht, machten sich um uns Sorgen, halfen uns – wir konnten sie nicht hängen lassen! Unsere ersten Gedanken nach unserem Abflug von Konakovo, nach dieser feierlichen Verabschiedung mit Pressekonferenzen, Fototerminen, Reden und Umarmungen: Schaffen wir es? Es kamen Gefühle von Verpflichtung und Verantwortung auf, keineswegs freudige Erregung wegen der bevorstehenden Abenteuer. Ehrlich gesagt, wir dachten nie an das Abenteuer – nur an die nächsten notwendigen Dinge und Aufgaben, die sofort, morgen oder demnächst erledigt werden mussten.
 

Erinnert ihr euch, welche Überraschungen der April für uns bereit hielt? Schnee und kaltes Wetter machten uns nicht nur während unseres Starts in Konakovo, in Russland zu schaffen, sondern folgten uns praktisch durch ganz Europa.

2017 04 17 Start from Konakovo UUEL 2In Warschau verbrachten wir einen sehr aufregenden Tag mit Auftritten im polnischen Fernsehen, Treffen mit Journalisten und gemütlichem Zusammensein mit Freunden in der berühmten Weinstube „Vinnij pryshtanik“. Auf passendes Wetter, bei dem wir über die Tatra nach Tschechien und dann weiter nach Österreich fliegen konnten, mussten wir drei Tage warten, und uns erwarteten schon auf allen europäischen Abschnitten Freunde, Helikoptersportler. Schließlich sahen wir morgens, dass sich nach 12.00 Uhr mittags ein kleines „Fenster“ öffnen würde. Wir starteten um 13.00 Uhr, flogen fast ohne Probleme bis Hradec Králové in Tschechien, obwohl uns in der Tatra sowohl die sehr tief liegenden – manchmal bis auf die Erde reichenden – Wolken, als auch Schnee mit Regen und Turbulenzen zusetzten (aber jetzt komm ich ins Schwatzen!) Bis Salzburg schafften wir es nicht, eine Stunde hat gefehlt, aber starker Schneefall mit Regen hielt uns auf. Wir landeten in Schärding-Schuben auf dem wunderbaren Flugplatz von Günther Paar, und flogen morgens in Begleitung von Günter Paar mit der Bell-206 nach Salzburg.

Salzburg! Unsere wunderbaren österreichischen Freunde hatten für uns ein fantastisches Treffen organisiert: zwei Hubschrauber holten uns beim Anflug ab und begleiteten uns mit einer Ehreneskorte bis zum Hangar von Red Bull. Unsere heldenhaften österreichischen „Buben“ hielten mit vor Kälte erstarrten Händen ein großes Willkommensplakat, im Hangar gab es eine kleine Pressekonferenz und ein großes Festmahl …mit zehn verschiedenen Sorten des Energiegetränks. Wir redeten viel über den Sport, die ganze österreichische Mannschaft war da. Uns wurden drei Poster überreicht: Eins mit den Unterschriften unserer Freunde von der ganzen Flugroute wird nach Österreich zurückkehren, das zweite ist schon nach Polen unterwegs und das dritte werden wir auf unserem Flugplatz in Konakovo aufhängen.
 

Schnee und Regen hörten auf wundersame Weise auf, sowie wir die Grenze nach Deutschland überflogen – die Sonne schien, und als wir einige Stunden später in Worms bei unseren deutschen Freunden landeten, war es draußen frühlingshaft warm.

Man überreichte uns „auf den Weg“ drei Flaschen Schnaps, ungeachtet der verzweifelten Versuche des Kommandeurs Geschenke abzulehnen (wir hatten bereits ständig ein stattliches Übergewicht wegen des Zusatztanks). An diesem Tag erwartete uns noch ein sehr angenehmes Treffen mit guten und treuen Freunden – in Saint Hubert in Belgien, mit dem bewundernswerten Präsidenten der Fédération Aéronautique Internationale FAI Jacques Burley und unserem guten Freund Julie. Der deutsche Schnaps wurde mit unseren belgischen Freunden beim Abendessen getrunken.
 

Am nächsten Morgen gab es noch ein wichtiges Treffen in Frankreich, in Le Touquet, wo uns der Präsident der Federation Francaise Aeronautique Jaques Escafre natürlich mit französischem Champagner und Kaffee empfing. Hier erwartete uns auch eine große Überraschung: aus England waren uns drei Robinson-Helikopter mit unserem guten Freund Kapitän Kew, mit Quentin Smith, dem Besitzer und dem Chef-Piloten der HQ Aviation entgegen geflogen, um uns bei unserem Flug über den Ärmelkanal zu begleiten. In Denham, in der Nähe von London, wurden wir ebenfalls mit Champagner und gutem Essen empfangen, und die Frau von Quentin, Juliette, hatte sogar eine Fahne parat.
 

In London musste ich mich für einige Zeit von der Mannschaft trennen. Ich flog mit einem großen Flugzeug nach Reykjavik, während Maxim, Marcin und Michail nach Bristol in das große Hubschraubermuseum flogen. Dort wurde unsere Mannschaft um ein weiteres Mitglied ergänzt – dem Teddybären Helix dem Zweiten. Er freundete sich schnell mit unserem Armeepferdchen Konik an. Konik hatten uns unsere Kameraden der Nationalmannschaft Russlands vom ZSKA, die mehrfachen Weltmeister Viktor Degtjar und Petr Vasiljev, vor unserem Start in Konakovo geschenkt.
 

Die Jungs flogen am selben Tag noch durch ganz England und Schottland bis auf die Orkney-Inseln, wo sie sich am folgenden Tag mit Schülern trafen – ungeachtet der fürchterlichen Kälte, Regen, Schnee und obwohl es ein Sonntag war, kamen fast alle Schüler in die Schule. Von den Orkney-Inseln auf die Färöer galt es zum ersten Mal das „große Wasser“ zu überfliegen – etwas mehr als 600 Kilometer. Platz und Aufgaben jedes einzelnen Mannschaftsmitglieds wurden festgelegt, spezielle gelbe Rettungsanzüge angelegt, ein Floß an Bord genommen, Handlungsanweisungen für den Notfall abgesprochen. Man muss wissen, dass mit dem Rettungsfloß und dem gefüllten Zusatztank sehr wenig Platz in der Kabine des Hubschraubers bleibt, die Rettungsanzüge sind riesig und nicht sehr bequem, bei der geringsten Gelegenheit blasen sie sich auf (was ihre „sehr gute Schwimmfähigkeit“ garantiert).
Crew in Magadan
Auf den Färöern nahm sie ein stürmischer Wind mit einer Geschwindigkeit von 45 Knoten in Empfang. Von den Färöern nach Island stand der nächste große Flug über den Atlantik mit fast 600 Kilometern bevor. Es waren viele sehr unangenehme Minuten für alle, die die Route online im Internet verfolgten: manchmal gab es 20 Minuten lang überhaupt keine Signale, und einmal, gerade beim Überflug nach Island fielen die Signale für 40 Minuten aus. Es war schrecklich. Das Wetter war wie zuvor schlecht, außerdem droht über dem Wasser immer Vereisung, aber letztlich verlief der Flug über den Ozean normal. Über Island gab es Regen, Nebel und Schneeschauer, so dass sie sich bis Reykjavik sozusagen am Ufer entlang „tasteten“. 

Schade, in den drei Tagen, die für Erholung geplant waren, war das Wetter so schlecht, dass wir dort nicht fliegen konnten. Wir machten wie „normale“ Touristen Ausflüge mit dem Autobus.

Das Wetter wurde erst mit dem Tag des geplanten Abflugs nach Grönland mehr oder weniger gut. Es war kalt, aber sonnig, allerdings stießen wir fast auf der Hälfte der Strecke (und von Island nach Grönland sind es mehr als 800 km über den Ozean) plötzlich auf eine undurchdringliche Nebelwand, waren schon bereit umzukehren – sinnlos, etwas zu riskieren, nur noch 10 Minuten – und der Treibstoff hätte für den Rückweg nicht mehr gereicht, aber plötzlich fanden wir eine Wolkenlücke und konnten weiter. Muss man sagen, dass „am Ufer“ an den Computern Hunderte Menschen für einige Minuten den Atem anhielten? 

Wir umrundeten Grönland und hingen drei Tage lang in der Hauptstadt Nuuk fest – das Wetter war zu schlecht. In Nuuk gab es einen Unfall: Nachts auf dem Flugplatz rammte ein Traktor unseren Hubschrauber. Die Mannschaft wurde morgens angerufen, stotternd wurde angedeutet, dass es „die Befürchtung gebe, dass um 2.35 Uhr nachts eines unserer Transportfahrzeuge in Kontakt mit den Kufen eures Hubschraubers gekommen ist“. Die schrecklichsten Bilder tauchten in unseren Köpfen auf, aber alles ging verhältnismäßig gut aus. Es waren nur die Bolzen abgerissen, sie wurden repariert. Nichtsdestoweniger hielt uns das einen weiteren Tag auf.
 

Von Grönland nach Kanada sind es etwa 700 km Flug über die Bucht von Davis. Kanada erwartete uns auch mit Schnee und Regen, einer niedrigen Wolkendecke und Minustemperaturen. Wir übernachteten in der kleinen Siedlung Kuujjuaq, morgens war das Wasser im Waschbecken gefroren … Dafür fotografierten wir, als wir über die Hudson-Bay flogen, einen mächtigen Eisbären, der eine Robbe zum Mittagessen verspeiste. Was tun, alle müssen essen.
 

In Montreal kamen wir bei fast völliger Dunkelheit an. Hinter uns lagen 18 Tage Flug, ein Drittel der Route und fast drei Viertel des „großen Wassers“. In Montreal, genauer in der Vorstadt San-Hubert wurde unser Hubschrauber einer ersten gründlichen technischen Inspektion unterzogen, und wir machten eine Besichtigung der Fabrik Bell in Mirabelle und konnten uns vor der nächsten vielversprechenden Etappe, der Überquerung Amerikas, etwas ausruhen.
 

Ehrlich gesagt, haben wir nicht wirklich daran geglaubt, dass wir die Erlaubnis bekommen, Amerika mit einem in Russland registrierten Hubschrauber zu überfliegen. Eigentlich gibt es keine Flugverbote, aber man darf nur auf bestimmten Routen, auf bestimmten Flughöhen und nach den Regeln des Instrumentenflugs fliegen.  Dafür braucht ein Hubschrauber eine zusätzliche Ausrüstung. Wir hatten bei der Federal Aviation Administration der USA einige Monate vor unserem Flug eine Flugerlaubnis beantragt, aber bis zu unserer Ankunft in Kanada waren wir nicht wirklich sicher, ob wir die Erlaubnis erhalten würden. Vermutlich hat die Fürsprache der Firma Bell für die positive Entscheidung durch die amerikanischen Behörden keine geringe Rolle gespielt.
 

Jeden Tag erhielten wir aus Washington die bestätigte Route (die von uns gewünschten Zielorte hatten wir zuvor angegeben) und Flughöhen – und wir bemühten uns, alle Anforderungen so gut wie irgend möglich zu erfüllen. Nur einmal wichen wir, da wir ernstlich Vereisung befürchteten, von der Flughöhe ab, was wir dem Flugdispatcher mitteilten. Wir hielten es für sehr wichtig, dass russische Hubschrauberpiloten einen guten Eindruck hinterlassen. Wer weiß, vielleicht hilft es jemandem von unseren Freunden, wenn sie Amerika überfliegen wollen?

In Toronto haben wir einen sehr interessanten Menschen besucht, Bob Dengler. Bob ist schon 73 Jahre alt. Zusammen mit seinem Sohn Steven und dem Testpiloten der Firma Bell Rob McDuffie startet er am 01. Juli 2017 von Ontario zu einer Weltumrundung mit dem Hubschrauber Bell-429! Sie fliegen nach Osten und wollen bereits am 14. Juli bei uns auf dem Flughafen in Konakovo landen.
Toronto with Bob Dengler
 

Von Toronto nach Niagara Falls flogen wir über einen der großen Seen, den Ontariosee. Zum Glück konnten wir die Rettungsanzüge und das Floß von Montreal nach Nome in Alaska schicken, so dass wir etwas mehr Platz in der Kabine hatten. Über den See flogen wir in einfachen Rettungswesten. Die erste Übernachtung in den USA fand in Pittsburgh statt, die Fahnen und Embleme des berühmten Hockey-Klubs „Pittsburgh Penguins“ waren überall zu sehen – auf dem Flughafen und in der Stadt.
 

Einen großen Teil des Weges von Pittsburgh nach Piney Flats flogen wir entlang der Smoky Mountains, einem Teil des Bergmassivs der Appalachen. Sie sehen wirklich aus, als wären sie von einem bläulichen Rauchschleier überzogen. Piney Flats in Tennessee ist der Ort, wo wir vor fast sechs Jahren zum ersten Mal unserem wunderschönen Bell begegnet sind. Wir durften kostenlos tanken, ein Beitrag der Firma Bell zu unserer Reise mit einem Hubschrauber der Marke Bell.
 

In Aiken, South Carolina, erwarteten uns unsere Freunde Kelly, Sasha und Kent, und am nächsten Tag, am 09. Mai, dem Tag des Sieges, erholten wir uns bei einem Spaziergang im Park und Barbecue am See in geselliger Runde und mit amerikanischem Bier, wie es sich gehört.
 

Von dem schönen, gemütlichen und sehr freundlichen Aiken flogen wir sozusagen in unseren Heimat-Staat Texas, direkt in die berühmte Akademie von Bell in der Stadt Hearst. Dort waren wir alle immer wieder, um Lehrgänge zu besuchen. In der Akademie empfingen uns unsere Lehrer und die Chef-Piloten. Die Journalisten gruppierten uns für immer neue Fotos und ließen uns gemeinsam rufen „Wir lieben den Bell-Hubschrauber“ (Marcin allerdings versuchte die ganze Zeit „Wir lieben alle Hubschrauber“ zu rufen). Unser Kerosin bezahlte die Akademie mit den Worten: „Es ist uns eine Ehre“.
 

Wir machten Halt in der Stadt Hereford, die sich selbst stolz als die „Rindfleischhauptstadt der Welt“ bezeichnet. Und tatsächlich, die Zahl der Kuh- und Rinderherden in der Umgebung ist unendlich. 2017 05 11 BTA Hereford Santa Fe 126Auf dem Weg nach Santa Fe, New Mexico, mussten wir wegen der Berge in eine Flughöhe von 11000 Fuß aufsteigen. Der Flughafen selbst liegt auf 2000 m Höhe. Genau hier beginnt das Bergmassiv und zieht sich über fast 4800 km hin bis nach Kanada. Vom Flughafen sieht man schneebedeckte Gipfel. Die Architektur in der Stadt ist ganz mexikanisch oder spanisch (der vollständige Name lautet: „Königliche Stadt des heiligen Glaubens des Heiligen Franziskus von Assisi“).
 

Der Flug von Santa Fe nach Page und von dort nach Las Vegas war vermutlich der wunderbarste und atemberaubendste Flug dieser Reise, wobei wir manchmal bis in eine Höhe von 4000 m aufsteigen mussten. Die Berge New Mexicos sind sehr malerisch, aber wir waren nicht auf das vorbereitet, was wir in Arizona zu sehen bekamen. Das waren wirklich irreale, fantastische („Mars“-) Landschaften.

2017 05 12 Arisona 3Wir haben viele unglaublich schöne Orte gesehen, aber Arizona hat uns zutiefst erschüttert, nicht nur der Grand Canyon und der mäandernde Colorado, sondern auch die ungezählten „Drachenfüße“ in den Bergen beim Anflug auf das Städtchen Page im Heimatland der Indianer vom Stamm der Navacho.

Las Vegas ist einfach ein verrücktes „Fest des Lebens“ und das Schlüsselwort ist „verrückt“ – alles blinkt, dreht sich, die Reihen der Automaten und Spieltische sind unendlich, genauso wie übrigens auch die Schlange für die Registrierung im Hotel. Wir kamen ausgerechnet an einem Freitagabend in Las Vegas an, meldeten uns bei den „einarmigen Banditen“, fotografierten unsere Plüschtiere und das war’s. 

In Los Angelos wohnen alte Studienfreunde von uns: unser Wiedersehen war ein tolles Fest. Eine Stadt in Blüten, ein schöner warmer Samstagabend, das Publikum sehr schick. Der Flug nach Oakland, einem Vorort von San Francisco war ziemlich kurz, nach nur drei Stunden aßen wir schon am Ufer der Bucht auf dem Jack-London-Platz (er hat viele Jahre in dieser Stadt gelebt) zu Mittag. Noch ein schöner warmer Abend – aber, oje, schon am nächsten Tag verschlechterte sich das Wetter – schließlich ging es nach Norden.

Der nächste große Aufenthalt war in Seattle geplant, wo uns wieder Studienfreunde erwarteten. Aber bis nach Seattle sind wir nicht gekommen. Regen und dichter Nebel vom Ozean her zwangen uns, auf dem kleinen Flughafen Bowerman zu landen, fast 159 Meilen vor Seattle. Auf dem Flughafen war niemand, es gab nur ein kleines Häuschen mit dem großen Namen „Unterkunft für Piloten“, drinnen ein Kühlschrank mit Backwaren und eine Kaffeemaschine. Wir tranken Kaffee, beklebten den Kühlschrank mit unseren „Aufklebern“ („nalepki“ ein sehr nettes polnisches Wort für „Sticker“) und fuhren in fast drei Stunden mit dem Taxi nach Seattle. Wir konnten nicht nicht hinfahren – für den nächsten Morgen waren zwei Besichtigungen bei Boeing organisiert.
 

Die Fabrikhallen sind in jeder Hinsicht beeindruckend – die Anzahl der Flugzeuge, die Organisation der Arbeit, die Größe der Hallen (1300 m lang und 500 m breit, das größte Gebäude der Welt, eingetragen im Guinness-Buch der Rekorde – 13,5 Millionen Kubikmeter).

Ein Flugzeug bewegt sich bei der Montage mit einer Geschwindigkeit von 30 cm in der Stunde vorwärts bis es aus der Fabrikhalle rollt. Wir schauten uns alle Flugzeuge der 7-er Reihe an, darunter auch den neuen 737-Max und das „Traumflugzeug“ 787-Dreamliner. Boeing fertigt fast 700 Zivilflugzeuge im Jahr!
B737 Max

Bevor wir nach Vancouver flogen, landeten wir noch auf dem Flughafen von Victoria, der Hauptstadt von British Columbia. Zwar mussten wir nicht unbedingt tanken, aber es war eine tolle Gelegenheit, einen Blick auf eine wunderschöne Insel (wie auch Vancouver) zu werfen. Außerdem lernten wir dort zwei russische Ingenieure kennen und beobachteten mit Erstaunen die Reparatur eines Hubschraubers vom Typ „Kamov“ im Hangar des Flughafens.
 

Vancouver ist vermutlich eine der schönsten Städte Nordamerikas. Wir hatten Glück und bekamen im Hotel „Blue Horizon“ Zimmer auf der 20. Etage mit großen Balkonen und einer herausragenden Sicht auf die Stadt, die Bucht und die Berge hinter der Bucht. Wir besuchten die großartige Show „Flug über Kanada“, die unserem Marcin so gut gefiel, dass er dort am nächsten Morgen nochmal vorbeischauen wollte. 

British Columbia ist bemerkenswert schön: Berge, Kiefern, Seen, der Ozean, und die Kanadier, das muss gesagt sein, sind sehr freundliche und warmherzige Menschen. So wurde uns umstandslos erlaubt auf dem Hubschrauberlandeplatz der Küstenwache zu landen, da er „wesentlicher näher an der Stadt ist und es für euch so bequemer sein wird“. Dort haben wir große Weißkopfseeadler gesehen, und am Morgen stolzierte neben unserem Helikopter sogar ein Elchpärchen umher.
 

Von Prince Rupert über Ketchikan („Welthauptstadt des Lachses“) gelangten wir auf einer ansehnlichen Höhe nach Sitka, der Hauptstadt des „russischen Amerikas“ (es scheint, dass jedes Städtchen mit einer Bevölkerung von einigen Tausend Menschen die Hauptstadt von irgendetwas sein kann). Es ist schön über den Wolken zu fliegen, aber eine Wetterverschlechterung und drohende Vereisung zwangen uns, eine Veränderung des Flugplanes anzufordern, und in Sitka landeten wir bereits bei starkem, kalten Regen. Der Flughafen liegt auf der Japan Island, und das Städtchen selbst (beim Verkauf von Alaska an Amerika im Jahr 1867 hieß es Neu-Archangelsk) auf Baranof Island, die zu Ehren von Alexander Andrejevitsch Baranov, dem ersten Gouverneur der russischen Siedlungen in Nordamerika, so genannt wurde.
 

In Sitka wohnen nur etwa 9000 Menschen, doch die großen Touristenkreuzfahrtschiffe laufen diese Stadt an. Die Gesamtlänge der Straßen beträgt 40 Meilen. Wir haben sie nicht nur ein Mal alle abgefahren. Wir verbrachten dort volle drei Tage, um einigermaßen gutes Wetter abzuwarten. Ehrlich gesagt, machte die Stadt auf uns keinen großen Eindruck. Als das Wetter endlich besser wurde, flogen wir mit drei Zwischenlandungen zum Tanken an einem Tag mehr als 2000 km bis Nome, dem äußersten Punkt auf Alaska: unser Startpunkt nach Russland.
2017 05 24 28 Nome Alaska 3

Nome. Diese Stadt wurde für vier lange Tage unser Stützpunkt. Wir warteten buchstäblich am Meer auf Flugwetter. Misha Movshin flog nach Hause. Wir blieben wie verwaist zurück. Er war für uns ein sehr verlässlicher Freund und Kamerad. In Nome leben 4000 Menschen, es gibt 3 Straßen, aber außer per Flugzeug keine Verbindung zur „großen Welt“. Das Städtchen ist ziemlich schmutzig und leider gibt es dort viele Alkoholiker, die allerdings ziemlich friedlich sind. Die Kriminalitätsrate in Nome ist die niedrigste in den USA. Und es gibt weiße Nächte. Die Sonne verschwindet praktisch nicht hinter dem Horizont.
 

Das Wetter verändert sich alle 10 Minuten von wolkenlosem Himmel zu starken Schneeschauern. Wir verhüllten die Rotoren und verbrachten lange Stunden am Flughafen, dem einzigen Ort mit einer normalen Internetverbindung. Die Wetterprognosen munterten uns nicht gerade auf. Durchgehend wurde Vereisungsgefahr praktisch auf Meeresniveau vorausgesagt, wir aber sollten die Grenze auf See in einer Höhe von fast 2000 m überfliegen. Wir analysierten Daten und warteten.
 

Nach Nome kommen „im Sommer“ die Goldsucher praktisch aus ganz Amerika. Mit einem sympathischen Romantiker, Jessie, sommersprossig und immer mit einem Lächeln auf den Lippen, freundeten wir uns an. Er lud uns in die „Meisterklasse“ am Flussufer ein, wo wir mit ihm zusammen Gold wuschen. Für uns war es unterhaltsam und interessant, aber im Grunde genommen ist es eine sehr schwere Arbeit, viele Stunden lang im kalten Wasser.
 

Erst nach vier Tagen konnten wir endlich auf direktem Weg über das Meer (370 km über offenes Wasser) von Nome abfliegen. Wegen der prognostizierten starken Vereisungsgefahr wäre es zu riskant gewesen sich weiter nördlich zu halten, um die Meeresstraße an der schmalsten Stelle zu überqueren. Die Wettervorhersage für die Providence Bay war wie bisher miserabel, aber wir entschieden uns dennoch, es zu riskieren – das Meer sah völlig harmlos aus. Die Datumsgrenze zu überqueren war wirklich interessant. Wir waren am Sonntagmittag gestartet und als wir nach drei Stunden landeten, war es schon Montagmorgen!
 

In der Providence Bay hatten auch die Zöllner und die Grenzsoldaten drei Tage lang auf uns gewartet, so dass alle Formalitäten augenblicklich erledigt wurden, aber in Anadyr war das Wetter schlechter als je zuvor. Man durfte nur in die Kreuz-Bucht. Der Bordmechaniker Leonid brachte uns in dem Gästehäuschen der örtlichen Goldsucher-Gesellschaft unter, die Direktorin des Heimatmuseums Tatjana Sergeevna öffnete es extra für uns, machte selbst eine Führung und war ganz betrübt, dass es nicht möglich war, Schüler einzuladen. Das Museum ist übrigens sehr gut.
 

Die Tschukotka ist sehr schön. Wir dachten ständig „wie in Alaska“, aber ich glaube, wenn wir zuerst durch Russland geflogen wären, hätten wir in Alaska gesagt „wie auf der Tschukotka“. Ein riesiges Territorium (zwei Mal so groß wie Deutschland), eine Bevölkerungsdichte von 7 Personen pro Quadratkilometer und 10 Monate Winter!

Markovo – eine kleine Siedlung mit nur 900 Menschen, eine Übernachtungsmöglichkeit für uns fand der Techniker Nikolaj in der Wohnung einer Bekannten: Was für tolle Menschen es bei uns gibt! Olga lehnte es kategorisch ab, von uns Geld für die Übernachtung zu nehmen.
2017 06 01 Kamchatka 1
 

Der Flug auf die Kamtschatka war ziemlich nervenaufreibend. In Tilitschiki war „unser“ Kerosin nicht da (mit einem bereits im März abgeschlossenen Vertrag im Voraus bezahlt). Der Ersatztank, den wir noch in Nome gefüllt hatten, hat uns gerettet, so dass wir es noch bis Ossora schafften. Dort tankten wir bis an die äußerste Marke und flogen dann bis Milkovo, ins Zentrum der Kamtschatka. Nach Petropavlovsk konnten wir nicht, da alle Gebirgspässe vollständig von Wolken verhüllt waren. In Milkovo gibt es einen sehr guten Flughafen, den wichtigsten Ersatzflughafen für die Kamtschaktka. Und auch das Städtchen ist sauber und ordentlich. Allerdings weigerte man sich strikt, uns mit Kerosin zu versorgen: „sie dürfen nicht“. Diese Situation ist in Europa und Amerika undenkbar, aber für Russland ist sie leider sehr typisch. Das ist der Grund, warum der „kleine“ Flugverkehr so weit wie irgend möglich versucht, staatliche Flughäfen zu vermeiden. Auch wir bemühten uns, nur Flugplätze anzufliegen, die wie wir „privat“ waren, und wo es nie Probleme gab.
 

Bis Petropavlovsk-Kamtschatkskij „tasteten“ wir uns sozusagen vorwärts, indem wir wegen des Nebels oberhalb der Straße flogen. Wir sahen den Vulkan Kljutschevskoj, dessen Gipfel über die Wolken hinausragte, aber wir riskierten es nicht höher aufzusteigen. Wären wir gezwungen gewesen umzukehren, hätte der Treibstoff nicht gereicht. Wir landeten auf dem Flugplatz Chalaktyrka, wo uns zwei Evgenijs betankten, ins Hotel brachten und uns sogar in die berühmte Paratunka zu den heißen Quellen chauffierten. Und zwar einfach weil wir „blutsverwandt“ sind, beide Evgenijs sind Privatpiloten.
 

Tigil war der letzte Flughafen auf der Kamtschatka vor dem Überflug über das Ochotskische Meer, 300 km über Wasser. Das Wetter war wieder unbeständig, der Dispatcher machte sich Sorgen um uns und funkte uns immer wieder an, nur um die Verbindung zu überprüfen. Die Küste und die Berge waren im Nebel, das Meer vereist, und auf jeder Eisscholle saßen Bärenrobben. Bezaubernd! Magadan: kalt und regnerisch, die „Maske der Trauer“ des Unbekannten über der Stadt, dort in den magadanschen Lagern des GULAG verschwand Maxims Großonkel… Aber wieder sorgte für uns – völlig uneigennützig – „unser Bruder“, Hobby-Pilot Igor Morosov (wir verneigen uns vor ihm), löste alle unsere Probleme sowohl mit dem Tanken als auch mit der Übernachtung und übernahm auch noch das Verschicken unseres Rettungsfloßes und der Rettungsanzüge nach Moskau.

In Ochotsk lernten wir Jurij Vitalevic Kolzov kennen, einen Piloten der Mi-8 mit einer Flugerfahrung von 18 500 Stunden. Er half uns sehr: Er bat einen ihm bekannten Dispatcher, für uns einen Plan auszuarbeiten – dies ohne Telefon und Internet zu bewerkstelligen hatten wirnoch nicht gelernt – und wir wollten nicht unsere Unterstützergruppe in Moskau mitten in der Nacht aufwecken. Von Ochotsk bis Chumikan folgten wir dem Gebirgszug Dzhugdzhur und überflogen den gleichnamigen Naturpark, und über das Sikhote-Alin-Gebirge weiter nach Chabarovsk. An einem bestimmten Punkt sagte Marcin „Ich kann einfach nicht mehr. Es ist zu schön!“ – Und wirklich: es ist von einer fast unvorstellbaren Schönheit.
 

In Chabarovsk sorgte wieder ein Evgenij für uns. Er war der Freund von Nikolaj aus Markovo, und half einfach weil er ein Freund war. Eine schöne Stadt. Der Amur ist herrlich, am Ufer ein „Haus auf Rädern“ – die Familie Ian macht eine Weltreise mit dem Auto: von Korea durch Russland nach Europa. Bis zu den Olympischen Spielen im Februar 2018 wollen sie wieder zu Hause sein.
 

Von Chabarovsk bis Wladiwostok sind es nur 3 Stunden Flug. Die Flugroute verlief teilweise nur wenige Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt. Das Wetter war wunderbar, das reinste Vergnügen! Auf dem Flugplatz Granat in Artem, eine Vorstadt von Wladiwostok, trafen wir noch einen „Freund eines Freundes“, Vasilij Chichunov, (wahrscheinlich sind über zwei Ecken, nicht mehr, alle Hubschrauberpiloten miteinander befreundet oder bekannt). Vasilij war unser Schutzengel im ganzen Bezirk von Chabarovsk und Primorje – überall erhielten wir „ihr Kerosin“ (und es gab keinerlei Probleme mit Verträgen, Vorauszahlungen und Verwechslungen von Flugplätzen, alles ging schnell, zuverlässig und einfach).

Wladiwostok – noch ein Kindertraum: Für meinen Vater endete hier der Krieg im Fernen Osten, aber er diente dann noch lange in Primorje. Aleksej Pivovar, ein alter Kamerad von Chichunov, chauffierte uns über eine neue Hängebrücke auf die Insel Russkij, in die neue Universität und zur Ewigen Flamme. Ins Ozeanium sind wir nicht gekommen, dort fanden gerade Übungen statt (es hieß, ein Krake aus dem Ozeanium sei entkommen, wahrscheinlich wurde dieser mit Panzern und Schützenpanzern eingefangen!) Während wir Freizeit hatten, unterzogen unserer Ingenieure unseren Bell einer großen technischen Inspektion.
 

Von Wladiwostok über Chabarovsk flogen wir nach Zej und landeten dort auf dem privaten Hubschrauberlandeplatz der ehemaligen Kursanten Dima Rakitskij, Vater und Sohn, mit einem Lächeln im Gesicht, wortkarg und, wie man so sagt, „stark“. Dann tankten wir in Sretensk, am Ufer des Shilki, direkt im Zentrum der Trans-Baikal-Region, und von dort – zum Baikal.

2017 06 08 Baikal Lake 5Das Hadarta Camping Hotel mit einem Hubschrauberlandeplatz und einer Tankstelle war der passende Platz für uns: direkt gegenüber der Insel Olchon gelegen. Über den Baikal werde ich nichts schreiben. Es ist sinnlos. Es reicht zu sagen: BAIKAL! 

Nach Bratsk flogen wir über der Angara mit einer Kette von Flößen und malerischen Buchten. In Bratsk im Hangar bei Kirill Mostov waren die Fußböden wirklich weiß und es war üblich Hausschuhe zu tragen. Dort kümmerte sich Dima Pakhomov um uns, der ganz aufgeregt gewartet hatte, ob wir wirklich nach Bratsk kommen würden. Über unsere Frage, „warum er seine Zeit für uns verschwendet“ wunderte er sich sehr. Was denn sonst? Er liebt eben das Fliegen. So einfach ist das alles.
 

Das Elektrizitätswerk in Bratsk ist noch grandioser als das in Zej, und die Talsperre heißt selbstverständlich das Bratsker Meer (Marcin murmelte: „Wie viele Meere habt ihr hier! In Polen gibt es nur eins“.)
 2017 06 09 Angara River Siberia

Auf dem Weg von Bratsk nach Abakan mussten wir wegen Nebel, Regen und niedriger Wolkendecke in den Vorbergen des Westsajan eine Notlandung machen – zum ersten und einzigen Mal während unserer ganzen Reise. Doch bereits innerhalb der nächsten halben Stunde hellte es sich auf, und als wir uns Minusinsk näherten, war es bereits sonnig und klar. In Abakan bewirtete man uns mit Sagudaj und Äschen (ach, und wir wurden zum Angeln an den See Tiberkul eingeladen, aber unseren gesamten Zeitpuffer hatten wir in Alaska ausgeschöpft).

Über das Sajangbeirge und den Altai kamen wir nach Karassin. Lohnt es sich zu sagen, dass es wieder außergewöhnlich schön war? Ja, ehrlich gesagt, hatte ich nie darüber nachgedacht, wie gebirgig unser Land ist! Erst in Novosibirsk hören die Gebirge auf.
 

Sehr gern wollten wir zum Telezker See fliegen, an den Ort, wo unsere Freunde verunglückten. Wir starteten, aber im Naturschutzpark darf man nicht landen, so kreisten wir über dem Kreuz, das vor kurzem in der Nähe der Grenzstation Kokshi aufgestellt wurde.
 

In Novosibirsk erwarteten uns wiederum Freunde und Journalisten, das Fernsehen, eine Pressekonferenz mit Gesprächen über den Sport und Fragen zu unserem Flug und Umarmungen, Umarmungen! Nachts bei unseren Freunden zuhause ein Film, den man einfach gesehen haben muss: „Die Zeit der Ersten“. (Am nächsten Tag haben wir das bitter bereut –während des Fluges sind wir eingeschlafen).
 

Über Marjanovka flogen wir bis Suchoj Log bei Jekatarinburg, besichtigten eine Zementfabrik (was, ihr glaubt es nicht, sehr aufschlussreich war), und von dort ging es weiter nach Menzelinsk, wo wir Fallschirmspringern halfen, einen verlorenen Fallschirm wiederzufinden. Wir flogen bis Nishnij Novgorod und fielen in die Arme unseres langjährigen Freundes Losha, seiner Familie und Freunden. Dort nahmen wir dann endlich den Ersatztank ab und die letzten zwei Stunden flog ich „erster Klasse“.
 

Gegen 14.00 Uhr erwartete man uns, und mit zwei Sportlern an Bord mussten wir einfach „punktgenau“ landen. Noch jetzt kommen mir die Tränen, wenn ich mich an das Wiedersehen auf unserem Flugplatz in Konakovo erinnere, und was soll ich sagen, wir heulten wie die Schlosshunde! Unser Oleg Puodzhyukas umarmte sogar den Hubschrauber und küsste ihn. So viele Freunde haben so viel gegeben, damit dieser Flug stattfinden konnte! Und er hat stattgefunden! Ihr könnt mir glauben, das ist keine Heldentat – es ist schwere, tägliche Arbeit, und bei weitem nicht nur unsere. Ohne Irochka Grushina, ohne Oleg, ohne die Unterstützung unserer Freunde und Verwandten hätten wir es einfach nicht geschafft. Danke an euch alle!
2017 06 13 Finish in Konakovo 1

Schade, ich kann hier nicht alle unsere alten und neuen Freunde erwähnen und hundert und mehr Fotos abdrucken (in Wirklichkeit sind es nicht nur eintausend, sondern Hunderte Gigabyte Video), aber das werden wir noch machen. Wir wollen einen Fotoband mit einem ausführlicheren Bericht herausgeben. Wir wollen euch noch so viel erzählen und zeigen.

 

Und nun noch ein bisschen Statistik:

Wir sind 39 000 km geflogen. Der gesamte Flug hat 57 Tage gedauert, davon sind wir 19 Tage nicht geflogen – haben auf Flugwetter gewartet, den Hubschrauber gewartet und uns ein bisschen erholt, so dass es 38 Flugtage waren, das heißt im Durchschnitt sind wir etwas mehr als 1000 km am Tag geflogen.

Von den 39 000 km etwa 40 % über Russland und 10% über das „große Wasser“. 
World Around 2017 route
 

Übersetzung ins Deutsche: Agnes Christ-Fiala, Bremen, Deutschland