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1001 Nacht oder ein modernes Märchen von Günter Zimmer
Hallo, Günter, hier spricht Axel, so fing alles an.
Der Anruf kam aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und beinhaltete die Frage, ob ich mit meinem Hubschrauber im Free Style noch aktiv bin. Nachdem ich die Frage guten Gewissens mit ja beantwortet hatte, sagte Axel, dass er am Wochenende, das war Anfang Oktober, wieder in Deutschland sei.Ein Informationstreff wurde verabredet und die Sache nahm ihren Lauf. An dieser Stelle sei angemerkt, dass alljährlich im Januar in Al-Ain eine Airshow stattfindet, bei der alles, was im Air-Freestyle Rang und Namen hat, zusammen kommt.Der Gedanke, unter all diesen Assen, die in der ganzen Welt ihre Aerobatic-Show vorführen, mitmischen zu wollen, verursachte eine Gänsehaut, nicht zu vergessen Aladin mit seinem fliegenden Teppich, irgendwann als kleiner Junge hatte ich mal so etwas gelesen.
Lange Rede, kurzer Sinn. die ganze Sache war nach den üblichen Formalitäten unter Dach und Fach. Meine Hughes 500 C für den Freestyle und eine Hughes 500 D von der Firma Hahn Helicopter GmbH für Foto- und Filmflüge wurden Anfang Januar 2006 in eine Hercules der Vereinigten Arabischen Emirate verladen während wir, das waren Alex als TV- und Fotoflieger, Peter und Ingo, zwei Ingenieure von Hahn Helicopter, sowie mein langjähriger Copilot Lothar und ich mit Emirate Air nach Dubai flogen. Abflug Düsseldorf –4°, Ankunft Dubai nach 6 Stunden +28°. Es sind oft die kleinen Unterschiede, die eine Sache groß machen.
Eine Fahrt mit einem am Airport bereitgestellten Wagen über phantastisch ausgebaute Autobahnen, die dreireihig beleuchtet und ebenso dreireihig mit bewässerten Palmen bepflanzt waren und schon waren wir in Al-Ain. Wie alles, was wir bisher erlebt hatten, war auch das Hotel im 5-Sterne-Level angesiedelt. Am nächsten Morgen nach einem opulenten Frühstück auf zum Al-Ain Airport. Die Heli’s ausladen, montieren und Checkflüge durchführen.Am nächsten Morgen großes Briefing und Durchführung einer Generalprobe der kompletten Show, die leider mit einem Schock begann: Eine F 18 der Emirate bohrte sich nach einem Sturzflug in die Wüste ! ! ! Kein Schleudersitz, kein Fallschirm. Bedrücktes Schweigen, das wars wohl ! ! !
Briefing am darauffolgenden Tag und die überraschende Nachricht, dass der Pilot der F 18 beim Eintreffen der Rettungsmannschaft in der Nähe der Aufschlagstelle mit leichten Verletzungen im Rettungssitz saß.
Ruhe, Staunen, verräterisch glänzende Augen. Wunder oder was ? ? ?
Vielleicht der erste Streich von Aladin mit seinem fliegenden Teppich. Die gestreubten Nackenhaare glätteten sich wieder und die 5-Tage-Airshow wurde Dank der phantastischen Organisation und zur Freude der Einheimischen durchgeführt.
Zwischendurch, wie konnte es in einem solchen Land anders sein, legte ein Sandsturm für einen Tag den Flugbetrieb lahm. Das war wohl Aladins zweiter Streich, denn den fliegenden Teppich hat noch nie jemand gesehen, was im Sandsturm ja auch nicht möglich ist.
 In unserem klimatisierten Hangar harrten wir bis mittags aus und fuhren dann nach Dubai zum Shopping, nein sorry, zum Staunen. Wenn man von Amerika als dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten spricht, dann hat dieses geflügelte Wort hier seine Endgültigkeit. Zwischen normalen Shoppen bis hin zum Skifahren bei täglich 50 cm Neuschnee bleiben keine Wünsche offen.
Auch dieser Tag wie auch der darauffolgende mit seinem letzten Event gingen zu Ende und die Airshow in Al-Ain fand am Abend mit einem typisch orientalischen Fest einen gelungenen Abschluß. Der Veranstalter nahm uns zum Schluß noch das Versrechen ab, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Also weiter üben, üben, fliegen, fliegen.
Der Rücktransport von Crew und Gerät war dann nur noch Formsache und funktionierte ebenso problemlos wie der Hintransport.
An dieser Stelle nochmals Dank an alle, die zum Gelingen des hier beschriebenen Events beigetragen haben.
Günter Zimmer
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